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Zivilcourage

Gestern habe ich im Bahnhofskirche-Blog folgende Geschichte gelesen:

"Ich sitze in einem überfüllten Stadtbahnzug, neben mir ein stämmiger Arbeiter. Plötzlich steht er auf und winkt einer älteren Frau zu, die zusammengedrückt in einer Ecke steht. Erst jetzt sehe ich, dass sie einen Judenstern an der linken Brustseite hat. ‘Setz’ der doch, du kleene Sternschnuppe’, fordert er sie auf. Ängstlich tut sie, wie ihr geheissen. Tiefe Stille im Zug. Plötzlich kommt eine Stimme aus dem Hintergrund. ‘Das dürfen Sie nicht.’ ‘Wat denn, wat denn, ich werde doch wohl noch über meinen eigenen Arsch verfügen können.’ Die letzten Worte in vollendetem Hochdeutsch."

Dieses Zitat stammt aus dem Büchlein „Im Windschatten des 3. Reiches. Begegnung mit Filmkünstlern und Widerstandskämpfern“ von Ingeborg Malek-Kohler (Freiburg i. B. 1986, Herder)

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